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| Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
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Ein Standardwerk der Zeitgeschichte
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter (Gebundene Ausgabe) Keiner war näher dran als er, nicht an Hitler, sondern am Geschehen der damaligen Zeit.
Rochus Misch, Telefonist, Leibwächter, Kurier. Das alles ist bekannt und steht ja auch auf dem Buch. Viel interessanter finde ich allerdings den Rochus Misch als Zeitzeuge, als Beobachter, als Mensch. Und den lernt man hier kennen. Wie ist er zu dem geworden, was er war ? Was ist nach dem Krieg passiert ? Wie verlief sein Leben danach ? All diese Fragen und viele andere beantwortet das Buch.
Wenn man liest bei welchen geschichtlichen Ereignissen Misch dabei war, welche Personen er getroffen hat und deren Schicksal er beobachten konnte, kann man sich nicht vorstellen, das es noch jemanden gegeben hat, der so viel Zeitgeschehen aus dieser Epoche miterleben durfte oder musste. Er hat Hess kurz vor seinem Englandflug erlebt, Moussolini die Hand geschüttelt, DAS entscheidenene Telefonat nach dem Hitlerattentat aus Berlin vermittelt, was letztlich zum Scheitern des Putsches geführt hat, war dabei als man den toten Hitler fand und seine Leiche aus dem Bunker trägt, wie Magda Goebbels Ihre Kinder aufs Sterben vorbereitet und wird von Goebbels unmittelbar vor dessen Selbstmord, als Letzter am 02. Mail 1945 aus dem Bunker entlassen. Das sind nur einige der Erlebnisse, die Misch als Beobachter schildert, sich nie in den Vordergrund drängend. Sehr bewegend geschrieben sind auch die Passagen über seine Verhöre und Folter durch den sowjetischen Geheimdienst und seine Zeit der Zwangsarbeit in den verschiedensten Lagern.
Rochus Misch ist ein bescheidener Mensch. Das wird einem klar, wenn man seine Entwicklung sieht. Man hat an keiner Stelle des Buches den Eindruck, das etwas dazugedichtet oder weggelassen wird. Oft schreibt Misch "daran erinnere ich mich nicht mehr so genau", "den Namen weiß ich nicht mehr" und "da bin ich mir nicht sicher".
Einiges ist sicher, zumindest nach meinem Geschmack, etwas zu kurz gekommen, oder wird nicht ausführlich genug beschrieben. z.B. Wie sind die von Misch gemachten Fotos gerettet worden ? Das tut dem Wert des Buches und dem Informationsgehalt keinen Abbruch.
Besonders erwähnens- und lesenswert sind noch das Vorwort von Ralph Giordano und der Epilog von Sandra Zarrinbal (Co-Autorin). Beide schreiben völlig offen und ehrlich Ihre Meinung zu dem Buch und zu seinem Entstehen ohne etwas zu beschönigen oder zu verdammen.
Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Werk zur Zeitgeschichte, das jeder der sich für unsere Vergangenheit interessiert gelesen haben sollte.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. Juli 2008 | | |
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