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| Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter
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Der letzte Zeuge
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zeuge: Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und LeibwächterUnter Mitarbeit von Sandra Zarrinbal und Burkhard Nachtigall (Taschenbuch) Mit Rochus Misch, dem Telefonisten, Kurier und Leibwächter Adolf Hitlers, hat vielleicht der letzte Zeitzeuge aus dem direkten Umfeld Hitlers seine "Memoiren" vorgelegt. Das Buch ist durchaus interessant, man muss es aber natürlich als das verstehen was es ist: ein Bericht einer Person, die zwar im Machtzentrum des Deutschen Reiches arbeitete, aber von den Vorgängen aufgrund seiner Funktion nur indirekt und bruchstückhaft erfuhr. Obwohl seine Ausführungen zu diversen Ereignissen - insbesondere zum "Englandflug" von Rudolf Hess, dem Hitlerattentat 1944 und den letzten Tagen im Führerbunker - durchaus interessant sind, so lebt das Buch doch eher von seinen Erlebnissen im Tross von Hitler und seinen persönlichen Einschätzungen und Eindrücke von Personen wie Bormann, Goebbels, Fegelein, Eva Braun, etc. etc. und natürlich Adolf Hitler.
Ich möchte bei dieser Rezension auch etwas auf die heutigen Reaktionen zu diversen Zeitzeugenberichten eingehen (Skorzeny, Manstein, Below, etc.), die angeblich zu subjektiv seien und - als weiterführender Vorwurf - nichts aus der Geschichte gelernt hätten und ewig Gestrige seien. Oftmals hat man den Eindruck, dass diese Leute nur alleine eine komplette Distanzierung mit dem Nazi-Regime lesen wollen, der restliche Inhalt derartiger Literatur wird mit diesem Fokus oftmals mehr oder weniger gänzlich ausgeblendet, auch wenn er historisch gesehen vielleicht höchst interessant ist. Fakt ist, dass wenn man derartige Bücher in die Hand nimmt, überhaupt keine objektive Darstellung erwarten kann und darf. Das würde diesen Büchern auch garnicht gerecht werden. Churchills "Der Zweite Weltkrieg" ist auch nicht objektiv, aber dennoch ein großartiges Buch. Es geht darum, diese Bücher als historische Quellen zu verstehen, selbst wenn sie die Nazi-Herrschaft glorifizieren. Misch tut dieses im übrigen nicht, er bleibt distanziert und man hat den Eindruck, dass er zwar mit sich im Reinen ist, mit einer persönlichen Aufarbeitung aber überfordert ist und rückblickend die Nazi-Zeit eher mit einem ungläubigen Schulterzucken quittiert. Das ist vollkommen in Ordnung. Entsprechend greift auch Ralph Giordanos ebenso faires wie interessantes Vorwort etwas zu kurz: Sein Einteilung in "geschichtsrelevanter und nicht geschichtsrelevanter Hitler" wird weder der Person Hitler noch der heutigen Geschichtsforschung gerecht. Denn gerade bei einer Person wie Hitler gibt es nichts, was nicht geschichtsrelevant wäre, und seien es Banalitäten aus seinem Privatleben.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. Dezember 2009 | | |
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